180525 CH H3305Porsche ist heute die profitabelste Automarke der Welt. Doch der Beginn war alles andere als einfach- und es begann in Österreich

1944 wurde das in Stuttgart ausgebombte Konstruktionsbüro neben den Fertigungsanlagen nach Gmünd in Kärnten verlegt. Hier in den Bergen fand damals praktisch kein Krieg statt und man konnte in einem Sägewerk weiterarbeiten. Das Pförtnerhaus diente als Konstruktionsbüro und die dahinter liegenden Baracken als Produktionsstätte. 1945 wurde Ferdinand Porsche von den Franzosen interniert und der Sohn Ferry versuchte mit diversen Seilwinden, Stromgeneratoren und landwirtschaftlichen Maschinen die Firma weiterzuführen. Daneben arbeitete man an einem Sportwagen auf VW Basis. Die Achsen und diverse Fahrwerksteile stammten von Schrottplätzen, wo man die vom Krieg übrig gebliebenen „Kübelwägen“ aufkaufte, der Motor vom Käfer, getunt auf stolze 35 PS. Dank einer Alukarosserie, die man nahm, weil kein Stahlblech verfügbar war, wog das Auto nur 585 Kilogramm und war immerhin etwa 135 km/h schnell. Das war viel wenn man bedenkt, dass damals ein durchschnittliches Auto unter 20 PS unter der Haube hatte und sich der Verkehr mit etwa 60 km/h bewegte.

 

 

Am 27. Mai 1948 fand eine Abnahmefahrt quer durch Kärnten statt und am 8. Juni wurde die Typengenehmigung mit dem Kennzeichen K 75.286 erteilt. Dieses Auto fand auf abenteuerlichen Wegen wieder zurück zu Porsche und wurde zum siebzigjährigen Jubiläum dieser Fahrt aus seiner Vitrine im Porsche Museum geholt. In seiner Begleitung ein ganzer Tross von historischen und modernen Porsche Fahrzeugen, darunter einige 356er, 911er und der Speedster mit dem einst James Dean verunglückte. Dabei ist interessant, wie modern sich diese teilweise über 60 Jahre alten Autos auch heute noch bewegen lassen, sieht man von den nicht mehr zeitgemäßen Bremsen ab. Die Nr 1 hingegen erfordert mit ihrem geradeverzahnten Getriebe mehr Einfühlungsvermögen, doch unter kundiger Hand lässt sie sich auch heute noch flott bewegen.

Die Geschichte von Porsche in Österreich endete übrigens 1950, nach sieben Cabrios und 44 Coupes, die alle gut verkauft wurden. Ferdinand Porsche, der 1948 aus der Kriegsgefangenschaft nach Gmünd zurückkehrte, soll jedenfalls begeistert von der Nr 1 gewesen sein….