Toyota PriusIm Juni 2013 hat Autobild den Toyota Auris zum besten Auto aller Zeiten gekürt, da er den 100.000 km Test mit Bravour bestanden hat. Nicht schlecht für einen Hybridwagen. Wir nahmen dies zum Anlass um einen Toyota Prius+ zu testen.

Zugegeben von außen sieht der Prius+ nicht mehr ganz so bieder aus wie seine Vorgängermodelle, die Abstammung ist aber durchaus und mit Absicht erkennbar. Wichtig sind aber in diesem Fall die inneren Werte. Wenn man sich zum ersten mal in den Prius+ setzt und man startet den Motor, dann passiert nichts. Man hört keinen Motor – nur die Armaturen leuchten auf. Auf dem Display wird angezeigt, dass der Wagen startbereit ist. Das erste Anfahren geschieht fast lautlos, der Motor schaltet sich im Hintergrund nahtlos hinzu wenn man etwas heftiger aufs Gas tritt. Das Fahren mit dem Prius+ ist sehr angenehm. Durch das ruhige Anfahren im Elektrobetrieb wirkt das Motorengeräusch fast störend. Auf dem Display kann man beobachten wann der Elektroantrieb hinzugeschalten wird, die Batterie entladen bzw. beim Bremsen beladen wird. Das Rückwärtsfahren und Einparken wird durch heckseitige Kamera enorm erleichtert.

Prius InnenraumWährend Benziner in einer ähnlichen Klasse in der Stadt zwischen 8 und 9 Liter Sprit schlucken begnügt sich der Prius+ mit knapp 6 Liter/100km. Der angegebene Verbrauch von 4,1 Liter/100km konnten wir nicht erreichen und das obwohl wir sehr defensiv gefahren sind. Für eine kombinierte Leistung von 136 PS ein guter Wert.

Die Elektromotoren können den Prius mit einer Ladung maximal 2 km weit befördern. Ein reiner Elektrobetrieb ist nur bis maximal 50 km/h Stunde möglich. Die Beschleunigung muss dabei sehr vorsichtig vorgenommen werden, damit sich der Motor nicht automatisch dazu schaltet. Dies hört sich nach nicht besonders viel an, ist aber in der Stadt vollkommen ausreichend und sorgt für eine Einsparung gegenüber einem normalen Benziner von ca. 25%. Die Batterie selbst wird nie vollständig entladen. Der Prius lädt die Batterie selbständig über den Motor neu auf, wenn der Stand unter einen bestimmten Level fällt. In der Regel ist dies aber nur selten notwendig, da die Bremsenergie ausreicht, um die Batterie zu laden. Aber auch hier ist ein vorrausschauender Fahrstil gefragt um die Vorzüge eines Hybridantriebs voll zu nützen.

Prius Plus KofferraumIm Inneren des Prius+ hat man das Gefühl in einem Mazda5 zu sitzen. Durch das Glasdach ist das Innere ausgesprochen hell und freundlich. Die Fahrzeugkabine ist sehr groß und bietet auch auf der hinteren Sitzreihe viel Platz. Dort haben 2 Kindersitze und ein Fahrgast ohne größere Probleme Platz. Zusätzliche einklappbare Sitze im Kofferraum machen den Prius+ zu einem 7 Sitzer.

Fazit: Ich hatte gehofft den angegebenen Wert von 4,1 Liter/100km erreichen zu können. Dies war nicht möglich. Der Prius+ hinterlässt einen grundsoliden Eindruck. Die Hybrid Technologie und der Akku sind ausgereift und halten ein Autoleben. Die Verbrauchswerte liegen auf oder knapp über dem Niveau eines modernen Dieselfahrzeugs. Dies ist für einen Benziner beachtlich. Sollte sich Toyota entscheiden die Hybridtechnologie mit einem Dieselaggregat zu verbinden, wie Subaru dies derzeit plant, dann werden wahrscheinlich sehr hohe Einsparungen möglich sein. Man darf gespannt sein, wie sich der Markt weiterentwickelt.