VW IDMit dem ID 3 will Volkswagen die Erfolgsmodelle Käfer und Golf quasi elektrisch beerben. Ist das wirklich gelungen?

VW hat mit dem ID 3 offensichtlich viel vor. Optisch könnte es sich um einen Golf der Zukunft handeln, die Zweifarbenlackierung und die windschnittigen Felgen vor allem beim von uns getesteten Spitzenmodell 1ST Edition Max machen schon was her. Die Linie wirkt flott, aber nicht übertrieben, ganz VW eben. Der Innenraum ist dagegen eher schlicht gehalten, man steigt nach einer fast euphorischen Begrüßung seitens des Autos wegen dem im Wagenboden befindlichen Akkus auch etwas höher ein. Innen macht sich vorerst etwas Enttäuschung breit, den man sitzt zwar bequem, das Armaturenbrett ist jedoch eher schlicht und vor allem in eher sehr schlichtem Hartplastik gehalten. Dafür ist das Platzangebot ausgezeichnet, auch das Raumgefühl kann überzeugen, der Golf lässt grüßen. Vor dem Fahrer befindet sich ein schlichtes Display, das eigentlich nur die Fahrgeschwindigkeit anzeigt, die restlichen Infos muss man sich über den 9,2“ Touch-Screen holen. Das erfordert auch von geübten Testern einiges an Gewöhnung, funktioniert aber bald ganz gut.  Wie heute üblich, werden alle möglichen Assistenzsysteme und natürlich die faktisch unbegrenzte  Vernetzung angeboten, allerdings in der ganzen Fülle nur in den Spitzenausstattungen. 

Die Leistung von immerhin 204 PS sowie die angegebene Reichweite der mittleren von drei Akkugrößen ( 58 kWh)von immerhin 420 Kilometern versprechen eine faktisch uneingeschränkte Alltagstauglichkeit, wer mehr benötigt, kann zu dem größeren Akku mit 77,kWh greifen, mit dem soll man immerhin 550 Kilometer weit kommen. Das kleinste Akkupack mit 45 kWh soll immerhin bis zu 300 Kilometer gut sein. Wir machten die Probe auf Exempel und kamen mit dem mittleren Akku bei gemischtem Stadt-Überlandbetrieb und etlichen flott gefahrenen Autobahnkilometern über 400 Kilometer weit, bevor uns signalisiert wurde, unverzüglich eine Ladestation aufzusuchen. Dabei wurde sogar die Klimaanlage zumindest sparsam eingesetzt. Allerdings war unser Fahrzeug mit der optional erhältlichen Wärmepumpe ausgestattet, die zusätzliche Energie aus der Umgebungsluft gewinnt und so den Energiebedarf aus dem Akku selbst reduziert. Vor allem im Winter, wenn das Wageninnere beheizt wird, soll sie hier für eine konstante Reichweite sorgen. Allerdings musste VW die Angaben über die Energieersparnis reduzieren, es kommt auch zu Rückzahlungen an die Kunden, die dieses Feature geordert haben.

 

 

Im Fahrbetrieb gibt sich der ID3 genauso unkompliziert wie ein Golf. Er ist zwar etwas straffer gefedert, erfreut aber mit einem extrem geringen Wendekreis von nur etwa 10 Metern und wird in der Höchstgeschwindigkeit bei 160 km/h eingebremst. In der Praxis zumindest auf heimischen Autobahnen kein Problem, aber auch in Deutschland werden die Strecken, auf denen man uneingeschränkt Gas geben kann, ohnehin immer weniger. Interessanterweise wird der ID 3 hinten angetrieben, allerdings ist dies in der Praxis kaum merkbar.

Beim Laden sind auch mit dem ID 3 alle Möglichkeiten vorhanden. Mit Dreiphasen-Wechselstromladen mit 11 kW lässt sich ein leerer Akku in sechs bis sieben Stunden wieder auf 100% bringen, mit einer Schnelladestation mit 100 kW kommt man in einer halben Stunde wieder 200 Kilometer weit, bei den üblichen 50 kW Stationen dauert es entsprechend länger.

Preislich beginnt die ID 3 Welt bei etwa 35.000 Euro unser voll ausgestattetes Testmodell schlägt mit 49.590 Euro zu Buche. Allerdings gibt es dann noch Förderungen, die bis zu 5.400 Euro betragen können. Ob der ID 3 an die Erfolge eines Käfers oder Golf anschließen kann, hängt von vielen Faktoren ab, nicht zuletzt davon, wie sich die mittlerweile schon recht passable Infrastruktur vor allem in urbanen Gebieten entwickeln wird- denn nicht jeder kann einfach daheim laden….

 


Technische Daten

Preis

Preis Deutschland31.960,00 Euro
Preis Österreich34.590,00 Euro




KFZ Steuern

KFZ Steuern Österreich

In Österreich sind Elektroautos von der KFZ Steuer befreit. Die NOVA entfällt ebenfalls. Dies gilt nicht für Hybridfahrzeuge und Range-Extender!

KFZ Steuern Deutschland

In Deutschland sind Elekroautos bis 10 Jahre nach ihrer Anschaffung von der Steuern befreit (Stand 01/2022). Diese Regelung gilt bis 2030. Bei Wasserstoffautos wenden sie sich bitte an ihren Steuerberater.

Die reguläre Steuer wird wie folgt gestaffelt:
- Bei einem zulässigem Gesamtgewicht bis zu 2.000 kg zahlen Sie
5,625 Euro pro 200 kg.
- Bei einem zulässigem Gesamtgewicht zwischen 2.001 kg und 3.000 kg zahlen sie
6,01 Euro pro 200 kg.
- Bei einem zulässigem Gesamtgewicht ab 3000 kg zahlen Sie
6,39 Euro pro 200 kg.

Ohne Steuererlass werden 65,27 Euro pro Jahr fällig.


Technik

Getriebe1 Gang Automatik
MotorPSM
Beschleunigung 0-100km/h9.4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h
Leistung110 kW / 150 PS
Drehmoment310 Nm
Hubraum0 cm3
CO20 g/km
Gewicht1.772 kg
Länge4.261 mm
Breite1.809 mm
Verbrauch13.5 kWh/100km
Akku45 kW
Reichweite ohne Rekuperation333 km
TreibstoffStrom
EuronormEuro 6
KommentarPure Performance 110 kW




Energieeffizienz

Effizienzklasse: A+Energieeffizienz Klasse A+

Der Wagen befindet sich in der Energieeffizienzklasse A+. Das bedeutet, dass er im Vergleich zu einem Wagen mit 1772kg durchschnittlich weniger als 37% CO2 ausstößt. Für die Berchnung ist nur das Gewicht des Wagens, nicht aber die Leistung (kW/PS) relevant. Dieser Wert sagt nichts über die Wirtschaftlichkeit des Wagens aus.