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Dodge Tomahawk – Chryslers Kriegsbeil

Dabei hören es die Chrysler- Oberen gar nicht gerne, wenn man das höchst eigenwillige Gefährt mit dem Namen „Motorrad“ betitelt, denn trotz der unverkennbaren „Bike-Optik“ hat das Ding schließlich vier Räder. Die jedoch sind derart knapp beisammen wie weiland die Hinterhand der BMW-Isetta und erlauben immerhin Schräglagen von satten 45 Grad. Dies auszunützen ist vermutlich eine Sache für einen ausgebufften Stunt-Driver genauso wie die Nutzung des Leistungsapotentials. Denn bei der Tomahawk wurde nicht gekleckert, sondern mächtig hingeklotzt. Für die Motorisierung griff man einfach ins nächste Regal und wurde dort prompt fündig. Der 8,3 Liter V 10 aus der Viper wurde kurzerhand in ein Aluminium Monochoque verpflanzt, der mächtige Gußblock fungiert dabei als tragendes Element. Unüblich wie das Fahrwerk und der Motor sind auch die 20 Zölligen Räder, die vorne von zwei Achsschenkeln, hinten von ebenfalls doppelten Einarmschwingen mit Zentralfederbeinen geführt werden. Der Clou dabei ist, daß die beiden Räder der Hinterhand unabhängig voneinander federn können. Für eine standesgemäße Verzögerung sorgen gleich vier Scheiben, je zwei im Vorder- und Hinterrad. Das ist auch bitter nötig, denn immerhin sind satte 507 PS zu bändigen, sie reichen für eine (theoretische) Höchstgeschwindigkeit von immerhin über 400 km/h. Auf Grund des üppigen Drehmoments reichen zwei Gänge vollkommen aus, die Handkraft an der Kupplung wird wohl einiges an Training im Fitneßstudio erfordern. Trotz der durch die weit hinten montierten Fußrasten eher rennmäßigen Sitzhaltung verbieten sich allzu sportliche Einlagen wohl von selbst, denn mit einem Radstand von fast 2 Metern und einem Gewicht von 680 Kg liegt man noch deutlich über Harley Davidson, Gold Wing und Co. Fahrbar ist die komplett handgefertigte Studie jedoch schon, ob sie hierzulande jemand typisieren würde, steht wohl auf einem andern Blatt, das mit den Gesetzblättern vermutlich nichts gemeinsam haben wird. Gebaut wurde die Tomahawk in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Firma RM Motorsports, die sich normalerweise mit der Restauration von historischen Rennautos befaßt. Wirklich schön ist die Tatsache, daß auch bei den Bedienelementen und Armaturen nicht auf Serienteile zurückgegriffen wurde, sondern das komplette „Motorrad“ bis auf den Motorblock reine Handarbeit ist. Trotzdem wäre dem Vernehmen nach eine Serienfertigung durchaus möglich, laut den jüngsten Gerüchten überlegt man bei Chrysler, etwa 100 Stück zu bauen. Sollte jemals ein davon in unsere Reichweite gelangen, werden wir sicher darauf sitzen…

Preis: ca. 236.400 Euro

Motor: zehnzylinder 90 Grad V, flüssigkeitsgekühlt, unten liegende Nockenwelle, über Stoßstangen gesteuerte je zwei Ventile/Zylinder elektronische Einspritzung, Motormanagement.

Hubraum: 8277 cm3

Bohrung/Hub: 102,4 x 100,6 mm

max. Leistung: 507 PS/ 373 kW bei 5600 min-1

max. Drehmoment: 712 Nm. bei 4200   min-1

Treibstoff: 96 Oktan

Kraftübertragung: Mechanisch betätigte Zweischeibentrockenkupplung, Zweiganggetriebe, Kette zu den Hinterrädern

Fahrwerk: Tragende Motor-Getriebeeinheit, Alu Monochoque Achsschenkellenkung mit zwei Längslenkern aus Aluminium, zwei Einarmschwingen aus Aluminium, Zentralfederbeine mit Hebelsystem vorne und hinten

Bremsen: Je zwei schwimmend gelagerte Scheiben vorne und hinten Durchmesser 508 mm, je zwei Doppelkkolbenzangen vorn, zwei Einkolbensättel hinten.

Bereifung vorne: 120/60-R20

Bereifung hinten: 150/50-R20

Gewicht: 680   kg (leer)

Sitzhöhe: 737 mm

Radstand: 1930 mm

Vmax: über 400 km/h

              

Franz Farkas

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Franz Farkas

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