Doppelt selten- Condor 250 Grand Sport mit Maserati-Motor – 1958

Kaum jemand kennt heute Motorräder aus der Schweiz, dabei können die Eidgenossen auf eine Vielzahl von Motorradmarken zurückblicken. Die Fachwelt spricht von über 70 verschiedenen Produzenten, der wohl bekannteste, weil auch am längsten produzierende war Condor.

Bereits 1893 als Werkstätte für die Produktion von Uhrmacherwerkzeugen gegründet, brachten die Schweizer über einen Zeitraum von über 100 Jahren eine Vielzahl von verschiedenen Modellen hervor, darunter sowohl mit zugekauften als auch mit eigenen Motoren. So gab es etwa eine Baureihe mit selbstkonstruierten Boxermotoren, die denen von Zündapp oder BMW recht ähnlich waren. Man lieferte hauptsächlich an Behörden, vor allem an die Armee, die auch Abnehmer der Fahrräder der schweizerischen Firma waren. Zivilmodelle produzierte man natürlich auch, doch sie waren meist teuer und im Ausland gab es kaum ein Händlernetz. Nach dem zweiten Weltkrieg machte man sich aber doch Gedanken über ein Mittelklasse-Motorrad für das Volk und überlegte, nach einem auch im Rennsport erfolgreichen Zweitakt-Twin, auch ein Bike mit einem Viertakt-Einzylinder, das auch für die die Armee geeignet sein sollte, auf die Räder zu stellen. Auf der Suche nach einem passenden Motor stießen die Schweizer 1953 auf die Firma Maserati aus Italien, die damals auch Motorräder baute. Neben einem Motor mit 160 cm³ gab es auch einen T4 genannten luftgekühlten 250er Viertakt-Single, der mit 15 PS, Doppelzündung und einem viergang-Getriebe für diese Zeit recht modern war. Condor setzte den Motor in einem stabilen Doppelschleifen-Rohrrahmen, dazu gab es Alu- Felgen und eine sehr an die Maserati angelehnte Optik, Mit 142 kg Gewicht waren immerhin gute 120 km/h drin, ein guter Wert für diese Zeit. Doch die Probleme ließen nicht lange auf sich warten, denn die Italiener hatten nicht nur Lieferprobleme, sondern auch die Qualität der doch recht teuren Motoren ließ mehr als zu wünschen über.
So ließ man es nach ungefähr 10 produzierten Einheiten sein und ersetzte das Motorrad kurzerhand durch die A-250 mit hausgemachtem Motor. Dieses Motorrad wurde auch an die Armee geliefert und brachte es immerhin auf 3.000 Stück.

Auch bei Maserati war übrigens Anfang der Sechziger Jahre Schluss mit der Motorradproduktion-aber das ist eine andere Geschichte…..

Franz Farkas

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