Das Bootsabenteuer beginnt eigentlich schon am Vortag. Nach der Ankunft in Rijeka schiffe ich mich vorerst am „Botel Marina“ ein. Dies ist ein ursprünglich in und für Skandinavien gebautes Schiff, das hier nun fix vor Anker liegt und als Hotel dient. Die Kabinen sind einfach aber sauber, das Resteraunt ausgezeichnet und die Bar am Oberdeck sehr nett. Gleich gegenüber werde ich morgen an Bord der „Vita“ gehen.
Der Hafen von Rijeka selbst ist wie die meisten alten Häfen etwas heruntergekommen, da heute meist mit Containern draußen auf See verladen wird. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen hat das seinen besonderen Reiz, vor allem aber ist ein Besuch des Gemüsemarktes empfehlenswert. Die Altstadt ist übersichtlich, gespickt mit Cafes und Lokalen aller Art. Auffällig die vielen jungen Rucksacktouristen, die man hier eigentlich nicht erwartet.
Am Samstag wird eingeschifft. Die Sache geht erstaunlich schnell und problemlos vonstatten. Das ist umso bemerkenswerter, denn immerhin werden die Gäste auf zwölf Schiffen gewechselt. Dazwischen gilt es, die Autos der Gäste in Garagen zu verbringen und den notwenigen Papierkram zu erledigen. Die Angestellten der Agentur sowie die Besatzungen der Schiffe erledigen dies routiniert und mit einer bemerkenswerten Ruhe. Unser Schiff ist die Motorjacht Vita, ein relativ modernes Schiff in der Flotte von Id Riva. Kapitän Silvio erklärt mir, auf meine Frage, ob er auch Eigner sei, nur trocken. „Eigentlich nicht, es gehört noch der Bank“ Von Anfang April bis Ende Oktober fährt er Gäste in der Kvarner Bucht, bei fast jedem Wetter. Wir, das sind diesmal 34 Passagiere bei einer Gesamtkapazität von 38 haben Glück im Unglück. Das Wetter ist zwar schön, das Meer spiegelglatt, aber es hat Temperaturen von bis zu 40 Grad. Nach einer kurzen Willkommensrede geht es los in Richtung der Insel Krk. Vorerst in eine Badebucht, sehr zur Freude der Gäste. Die gleichnamige Stadt ist nun in der Hauptsaison überschwemmt von meist jungen Touristen, die Cafes und Restaurants bestens besucht. Doch es lässt sich immer ein lauschiges Plätzchen finden, vor allem in der Altstadt mit den schmalen Gassen gibt es viele lauschige Ecken und kühle Gastgärtchen.
Am nächsten Tag geht es weiter in Richtung der Insel Rab. Der Wind hat ausgefrischt, sehr zur Erleichterung aller. Die gleichnamige Stadt ist unser nächster Gastgeber. Auch hier viele Touristen aber, kein Stress. Am Montag steht Zadar am Programm, allerdings erst nach einige obligaten Badepausen, die von den Passagieren ebenso wie das ausgezeichnete Essen sehr genossen werden. Die Altstadt von Zadar ist regelrecht überschwemmt von Touristen, draußen liegen gleich fünf Kreuzfahrtschiffe. Der Verkehr mörderisch, aber es geht erstaunlich gelassen zu. Oder liegt es an mir und daran, dass ich mich zu erholen beginne? Am nächsten Tag geht es in die Kornaten. Die Inselgruppe besteht aus fast 150 meist kleinen Inseln und ist ein Naturschutzgebiet. Das Meer ist zwischen den Inseln fast kanalartig eng, sodass etwa Segelyachten ihre „Wäsche“ nicht aufspannen dürfen. Gemächlich gleitet die Vita durch die oft sehr schmalen Durchfahrten, entlang einer berauschenden zuweilen von bizarren Felsen geprägten Landschaft, bis zu einem kleinen Städtchen namens Sali auf der Insel Dugi Otok. Auch hier herrscht reger Betrieb, im Winter allerdings, so erzählen Einheimischen, ist Sali bis auf ein paar Alte, die nicht mehr weggehen wollen, komplett ausgestorben.
Nach einer viel zu kurzen Nacht weckt uns früh am Morgen das Rasseln der Ankerkette, es geht weiter in Richtung Mali Losinj, wie immer mit ausgiebigen Badegelegenheiten in malerischen Buchten. Das Städtchen wirkt sauber und nett, wir ankern fast im Zentrum. Dennoch ist der Lärm in der Stadt erträglich, auch hier gibt es trotz viel Verkehr und vielen Fußgängern wenig bis gar keinen Stress. Der kommt ansatzweise am nächsten Tag zumindest bei der Besatzung auf, als das Schiff während einer Badepause in Richtung Strand getrieben wird. Doch Silvio beherrscht auch diese Situation souverän, und wir suchen uns einen anderen Ankerplatz. Während des Einlaufens nach Cres frischt der Wind kräftig auf und vor allem die kleinen Boote versuchen schnell den rettenden Hafen zu erreichen. Der erwartete Sturm bleibt allerdings auf und ein kurzer Regenschauer beschert uns nicht nur wohltuende Abkühlung, sondern auch einen Regenbogen.
Der letzte Tag führt uns wieder zurück nach Rijeka, wo schnell und routiniert ausgeschifft wird und die Passagiere für die kommende Woche schon warten. Ich glaube, ich werde wiederkommen müssen…..
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