Der Flottenmarkt ist heiß umkämpft, hier werden vor allem Kombis eingesetzt. Die deutschen Hersteller haben es Jahrzehnte lang geschafft, diesen Markt zu beherrschen, auch im privaten Betrieb sind die praktischen Lademeister oft noch die ersten Wahl. Kein Wunder, dass auch Hersteller aus anderen Ländern dorthin schielen, so auch die chinesischen Newcomer. BYD, mittlerweile am Markt für Elektro-Autos Weltmeister, hat zum Beispiel mit dem Seal 6 DM-i Touring ganz heißes Eisen im Feuer. Wir haben es ums einmal angesehen.
Das Konzept hinter dem Auto ist einfach: Viel Platz dank langem Radstand, eine komplette Ausstattung und ein Plug-in-Hybrid, der eine große Reichweite verspricht. Dazu kommt ein mehr als konkurrenzfähiger Preis.
Auch sonst gibt man sich unauffällig elegant, genauso wie es der Vertreter oder der Familienvater wünscht. Eine eher unaufgeregte, zeitlose Silhouette stempelt das Auto nicht schon nach zwei Jahren zu alten Eisen ab, der tiefsitzende Kühlergrill ist nicht nur elegant, das aktive Lufteinlasssystem verbessert noch zusätzlich die Aerodynamik. Denselben Zweck erfüllen auch die versenkten Türgriffe. Vorne gibt es Voll-LED-Scheinwerfer, hinten sogar Matrix-LEDs. Das Heck mit durchgehender Lichtsignatur ist mehr als die Front auf Wiedererkennung getrimmt.
Ebenso sachlich wie das Äußere ist der Innenraum. Alles wirkt praktisch und gut verarbeitet, der Einsatz von hartem Kunststoff hält sich in Grenzen. Wirklich opulent sind die Platzverhältnisse, vor allem hinten. Der Fußraum ist dank des großen Radstandes von knapp 2,8 Metern auch für großgewachsene Zeitgenossen mehr als ausreichend, auch der Kofferraum kann sich sehen lassen. Zwischen 500 und 1.535 Liter lassen sich durch die elektrisch betätigte Heckklappe verstauen. Und es gibt eine Ski-Durchreiche, die nicht zuletzt aufgrund der Interventionen des österreichischen BYD-Teams implementiert wurde.
Sehen lassen kann sich auch die Ausstattung. Die Basisausstattung „Boost“ besitzt schon eine Metallic-Lackierung, LED-Licht und 17-Zoll-Räder. Im Innenraum lassen sich Vordersitze und Spiegel elektrisch einstellen, auch der Kofferraum öffnet elektrisch. Vier USB-Anschlüsse laden die Smartphones an Bord. Ein Regensensor sowie Parkpiepser hinten und vorn sind ebenfalls immer an Bord. In dieser Ausstattung misst das Infotainment-Display 12,8 Zoll. Ebenfalls Serie ist die Soundanlage mit sechs Lautsprechern.
In der von uns getesteten Topausstattung „Comfort“ gibt es die größere Display-Variante (15,6 Zoll), getönte Scheiben sowie eine Einstiegsbeleuchtung in den Seitenspiegeln und 18 Zöller. Innen gibt’s zusätzlich ein beheizbares Lenkrad, der Rückspiegel blendet automatisch ab und fürs Smartphone gibt es eine induktive Ladeschale, die Soundanlage hat acht Lautsprecher. Ein Panorama-Schiebedach ist ebenfalls enthalten.
Der aufgesetzte Mittelbildschirm vermittelt die Infos übersichtlich, dazu gibt es diverse Tasten für die wichtigsten Bedienelemente. Die Tacho-Informationen werden auf einem 8,8 Zoll großen Display dargestellt. Das Cockpit kann durch die Unterteilung in verschiedenen Ebenen und wertig anzusehende Materialien gefallen. Das Smartphone findet in einer praktischen Schale Platz, Android Auto oder Apple Car Play funktionieren kabellos. Etwas problematisch ist die Aktivierung des Abblendlichtes etwa bei Nebel nur über den Touch-Screen, wenn die Automatik nicht reagiert.
Nun zum Antrieb. BYD steht vor allem für Elektroautos, aber man hat mit dem Seal 6 DM-i bereits einen Plug In Hybrid im Programm. Auch der neue Kombi ist damit ausgestattet, damit ist er das zweite BYD-Modell bei uns, das einen Verbrenner an Bord hat. Der Grund ist Reichweite. Der Plug In kommt deutlich weiter als die Elektroautos der Marke, bis zu 1350 Kilometer sollen mit voller Batterie und vollem Tank drin sein. Ein Grund ist auch der recht große Treibstofftank von 65 Litern, das kann man bei der Konkurrenz lange suchen. Im Angebot sind zwei Versionen, als Verbrenner dient in beiden Fällen ein 1,5-Liter-Benziner, unterstützt von einem E Motor. Die Systemleistung beträgt 184 beziehungsweise bei unserem Testauto 212 PS. Der Akku hat bei der schwächeren Version eine Kapazität von 10 kW bei der stärkeren 19 kW. Mit dem kleinen Akku kommt man laut WLTP 50 Kilometer, mit dem großen 100 Kilometer weit. Die Gesamtreichweite soll, nicht zuletzt wegen des großen Benzintanks bis zu 1.350 Kilometer betragen. Dazu bietet die stärkere Version im Comfort „Lite“ und „Comfort“ eine Schnellladefunktion, der Akku ist in 23 Minuten von 30 auf 80 Prozent geladen, an der 11kW Station oder daheim an der Wallbox dauert es natürlich länger.
Das Fahrverhalten ist eher auf der komfortablen Seite, die Beschleunigung von 8,5 Sekunden auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit von 180 sind für den normalen Straßenverkehr mehr als genug, das Fahrwerk zeigt keine Schwächen. Der Verbrauch auf unserer Teststrecke lag bei etwas über 5 Litern und das, obwohl wir das Auto nicht oft geladen haben. Die Reichweite von über 1.300 Kilometern ist damit wirklich plausibel.
Sehen lassen kann sich auch die Ausstattung. Neben zahlreichen Fahr- und Sicherheitsassistenten wie 360° Kamera mit Distanzangabe, adaptivem Tempomat, intelligenter Tempokontrolle, automatischer Notbremsung, Notfall-Spurhalteassistent, Kollisionswarnsystem vorne und hinten, Anhänger-Stabilitätskontrolle und vielem mehr wäre das direkte Fahrer-Müdigkeitsmanagement, welches serienmäßig vorhanden ist, hervorzuheben. Zudem gibt es mit der „V2L“ (Vehicle to load)-Funktion die Möglichkeit, Energie abzugeben, also quasi per Steckdose auch Strom zu liefern. Etwas nervig ist Erkennung der Fahrerablenkung, etwa wenn man den Blick von der Straße abwendet. Es reagiert aber auch wenn man dies eigentlich nicht macht. Man kann es zwar deaktivieren, aber es ist bei einem Neustart wieder aktiv.
Wie schon oben erwähnt ist der BYD Seal 6-Kombi ein überaus attraktives Angebot. Los geht’s bei 35.890 Euro für die gut ausgestattete Einstiegsversion „Boost“, der Comfort „Lite“ kommt auf 38.990 und das Spitzenmodell Comfort auf 39.890. Hinzu kommt lediglich die Lackierung in Obsidian Schwarz mit 1.100,- Euro.
Ausstattungsbereinigt liegt man hier gut 10 Tausender unter der Konkurrenz etwa vom Skoda Oktavia, der Passat ist noch teurer, auch die anderen Konkurrenten tun sich hier schwer.
Fazit:
Der BYD hat das Zeug zum gefürchteten Konkurrenten vor allem im Flottenbetrieb und bei Gewerbetreibenden, aber auch für Freizeit und Hobby könnte er interessant sein.
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![]() Effizienzklasse: A+ ![]() Der Wagen befindet sich in der Energieeffizienzklasse A+. Das bedeutet, dass das Auto durchschnittlich weniger als 37% CO2 ausstößt als ein vergleichbarer Wagen mit 1805kg . Für die Berchnung ist nur das Gewicht des Wagens, nicht aber die Leistung (kW/PS) relevant. Dieser Wert sagt nichts über den Verbrauch (Liter/100km oder kwh/100km) des Wagens aus. Der Wert zeigt nur, dass der Wagen im Vergleich zu einem Wagen mit identischen Gewicht mehr oder weniger Treibstoff benötigt. |








