Eigentlich sollte das erste von Alfa Romeo in Großserie produzierte Elektroauto „Milano“ heißen, doch nach einer Rechtsstreiterei und einer Onlineabstimmung zur Namensfindung wird er nun „Junior“ genannt. Der Name hat bei Alfa Romeo eine lange Tradition–er soll an den klassischen Alfa Romeo GT 1300 Junior von 1966 zu erinnern.
Obwohl sich der Junior die die Basis mit dem Fiat 600, dem Jeep Avenger und weiteren Modellen teilt, hat man versucht, die typischen Alfa-Gene zu erhalten beziehungsweise neu zu interpretieren. Und das ist gut gelungen. Etwa mit der Front mit dem typischen Alfa Grill und den markanten LED Leuchteinheiten. Hinten allerdings ist das steile Heck neu, obwohl Fans auch hier Ähnlichkeiten zu historischen Motorsport-Modellen zu erkennen glauben. Im typischen Rot, hier „Rosso Brera genannt, ist und bleibt auch der neue Junior ein typischer Alfa.
Das gilt auch für den Innenraum, mit viel Alcantara nicht nur auf den sportlichen Sitzen, sondern auch am abgeflachten Lenkrad, der Mittelkonsole und dem Cockpit. Hier findet sich ein Digitaltacho im Rundinstrumenten-Design und ein zum Fahrer geneigter zehnzölligen Touchscreen. Darunter findet sich auch eine Ablage mit induktiver Ladestation. Der Startknopf ist in der Mittelkonsole, das sieht nett aus, wenn man ihn denn gefunden hat. Sehr gut ist die Home- Taste und ein Knopf für die Schnellwahl, der es erlaubt schnell die nervige Tempolimit-Töne zu eliminieren. Gefallen kann auch, dass der Blinkerton nach einiger Zeit lauter wird, so fällt schnell auf, wenn man einmal vergessen hat, den Blinker auszuschalten.
Das Platzangebot ist soweit in Ordnung, die Sabelt Sportsitze bieten guten Seitenhalt und bieten mannigfache Verstellmöglichkeiten. Hinten geht es etwas beengter zu, doch zumindest zwei Erwachsene finden einigermaßen Platz. Dafür ist der Kofferraum recht gut bemessen, 400 bis 1.265 Liter Fassungsvermögen sind ein Wort.
Wie auch die Plattform, so stammt natürlich auch die Technik aus dem Stellantis Konzern, ganz so wie sie bei den „alten“ Alfas von Fiat stammte. Das bedeutet 156 PS (115 kW) Elektro-PS und ein maximales Drehmoment von 260 Nm, die natürlich vom Start weg zur Verfügung stehen.
Im Fahrbetrieb fühlt sich der Alfa recht agil an, die Lenkung ist sehr direkt, das Fahrwerk sportlich, aber nicht zu hart abgestimmt, kurz der Fahrspaß kommt in keiner Situation zu kurz. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen nur 9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 150 km/h elektronisch limitiert. Das ist nicht viel, immerhin lässt man den Hybrid 200km/h schnell fahren, hier hat man wohl Angst, die Reichweite zu sehr einzuschränken. Das ist aber eigentlich nicht notwendig, denn mit etwa 15,5 bis 17 kWh auf 100 Kilometern ist man bei sommerlichen Temperaturen schon nahe an den Werksangaben. Laut Werk soll die 54 kWh-Batterie (51 kWh-Netto) zwar für 398 bis 410 Kilometer Reichweite sorgen, bei uns waren es eher 300 bis maximal 350 Kilometer. Eine Ladung ist mit bis zu 100 kW möglich. Damit ist der Alfa zwar kein Lademeister, aber die meisten Schnelladestationen bieten ohnehin nicht mehr.
Preislich liegt der Alfa bei 41.900,- Euro, dafür gibt es schon eine sehr gute Ausstattung, die nur noch wenig Raum für Optionen lässt. Etwa die schon erwähnte „Rosso Brera“-Lackierung und ein Sport-Paket, damit leigt der Preis dann knapp vei 45 Tausender. Im Preis enthalten sind schon Matrix-LED-Scheinwerfer, ein Keyless-System, eine elektrische Heckklappe mit Fußsensor, der 10“-Touchscreen inklusive Navi, die Sabelt-Sportsitze mit Alcantara-Bezug, ein adaptiver Tempomat, die Fahrdynamikregelung „Alfa DNA“ und vieles mehr.
Fazit:
Mit Alfa Romeo Junior haben die Italiener es geschafft, aus dem Baukastensystem ein individuelles Auto zu schaffen. Sowohl vom Design als auch von der Antriebsseite ist der erste Elektro-Alfa wieder ein typischer Vertreter der Marke geworden.
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Der Wagen befindet sich in der Energieeffizienzklasse A+. Das bedeutet, dass das Auto durchschnittlich weniger als 37% CO2 ausstößt als ein vergleichbarer Wagen mit 1545kg . Für die Berchnung ist nur das Gewicht des Wagens, nicht aber die Leistung (kW/PS) relevant. Dieser Wert sagt nichts über den Verbrauch (Liter/100km oder kwh/100km) des Wagens aus. Der Wert zeigt nur, dass der Wagen im Vergleich zu einem Wagen mit identischen Gewicht mehr oder weniger Treibstoff benötigt. |