Dacia hat schon längst den Ruf des Billigheimers abgelegt, die Modellreihe der Rumänen unter dem Dach von Renault ist mittlerweile für eine breite Kundenschicht ein ernster Kandidat, wenn es um die Anschaffung eines neuen Autos geht. Kein Wunder, dass die Modellpalette ständig wächst. Ein großer SUV mit viel Platz hat da gerade noch gefehlt. Er ist nun da und hört auf den vielversprechenden Namen Bigster.
Optisch ist die Familienähnlichkeit mit dem Duster, dem meist verkauften Modell nicht zu übersehen. Man hat auch dem Bigster den Grill mit dem neuen Logo verpasst, das Heck wurde etwas verlängert und höher ist er geworden. Gegenüber dem kleineren Modell wirkt er recht bullig, ohne aufdringlich zu sein.
Der Eindruck setzt sich auch im Innenraum fort. Trotz des Einsatzes von viel Hartplastik wirkt nichts billig, eher robust und damit auch brauchbar für härtere Einsätze oder unachtsame Kinderhände. Die Sitzgelegenheiten sind bequem aber nicht zu weich, das Platzangebot ist recht gut, immerhin spielt der Bigster in der Liga der 4,5 Meter-Autos. Das bedeutet auch recht viel Raum hinten, auch für drei Erwachsene, der Kopfraum ist auch für großgewachsene Zeitgenossen geeignet. Mit einem Fassungsvermögen des Kofferraumabteils von 546 Litern ist der Bigster auch bestens für den großen Familienurlaub gerüstet, egal ob es zum Strand oder in die Berge geht. Wenn sperrige Dinge transportiert werden müssen, kann der Laderaum noch auf 1.851 Liter wachsen.
Wie bei Dacia üblich ist das Cockpit übersichtlich gestaltet und frei von jeglicher Spielerei. Es gibt einen eher einfachen Digitaltacho, dazu einen 10“-Touchscreen mit kann mit einer einfachen Bedienung und übersichtlicher Darstellung. Auch ohne Studium der Bedienungsanleitung findet man sich schnell zurecht, zudem sind Dinge wie etwa die Klimaautomatik getrennt vom Touchscreen bedienbar. Den Praxiswert erhöhen auch die vielen und großen Ablagen.
Beim Antrieb gibt es für den Bigster entweder einen Mild-Hybrid mit manuellem Schaltgetriebe mit 140 PS oder den von uns getesteten Hybrid 155. Angetrieben wird er aus der Kombination von 1,8-Liter Benziner mit 109 PS (80 kW) und 49 PS (36 kW) Elektromotor, die Kraftübertragung erfolgt über eine Automatik. Die Systemleistung liegt hier bei 158 PS (116 kW) und sorgt damit für ansprechende Fahrleistungen. Der Benziner liefert bei 3.000 U/Min ein maximales Drehmoment von 172 Nm, der E-Motor unterstützt ab dem Start mit 205 Nm. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen nur 9,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 174 km/h elektronisch begrenzt.
Trotz eines Gewichts von knapp 1,5 Tonnen bietet der Antrieb recht viel Kraft schon aus dem Drehzahlkeller, allerdings meldet sich der Vierzylinder bei härterem beschleunigen auch lautstark im Innenraum. Bei ruhiger Fahrt, etwa auf der Autobahn, ist es angenehm leise, hier wurde wohl einiges in der Geräuschdämpfung investiert.
Ebenfalls recht gut ist die Abstimmung von Fahrwerk und Federung ausgefallen, der Bigster liegt gut auch in schnelleren Kurven und zeigt trotz der Höhe wenig Neigung zum Wanken.
Wirklich überrascht waren wir vom Verbrauch. Trotz niedriger Temperaturen und nicht unbedingter Zurückhaltung am Gasfuß rannen nur etwa 6 Liter durch die Düsen. Dacia gibt einen WLTP- Verbrauch von 4,6 bis 4,7 Liter an, aber der könnte bei angenehmeren Temperaturen und dezenter Fahrweise durchaus drin sein. Mit einer Tankfüllung sind so rund 1.000 Kilometer am Stück möglich.
Bei der Sicherheitsausstattung leistet sich der Bigster ebenfalls keine Schwächen, man hat eigentlich alles an Bord, was man sich wünscht. Unangenehme Dinge wie etwa die Tempowarnung und Ähnliches können recht einfach deaktiviert werden, sind aber beim nächsten Start leider wieder da, der EU sei es gedankt.
Nun noch ein paar Worte zum Preis. Der Bigster kann um die 29.990,- Euro schon mit einer sehr guten Basisausstattung aufwarten, unter anderem sind schon ein 10“-Touchscreen mit Navi, 18“-Alufelgen, ein adaptiver Tempomat, ein Keyless-System, eine elektrische Heckklappe und eine 2-Zonen-Klimaautomatik an Bord.
Optional hatten wir noch unter anderem ein Winter-Paket-Plus, 19“-Alufelgen und die Zweifarblackierung, womit man auf einen Endpreis von immer noch sensationell günstigen 32.542 Euro kommt.
Preislich ist der Bigster sicher damit der schon oben erwähnte Platzhirsch im Segment, hier können nur vereinzelt Anbieter aus Fernost mithalten.
Fazit:
Der Dacia Bigster hat einen wirklich guten Eindruck hinterlassen, nur solche Autos können wohl mit der nun kommenden China-Konkurrenz mithalten. Wer viel Platz braucht und einen Europäer haben will, der ist mit dem Bigster sicher gut beraten.
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![]() Effizienzklasse: A+ ![]() Der Wagen befindet sich in der Energieeffizienzklasse A+. Das bedeutet, dass das Auto durchschnittlich weniger als 37% CO2 ausstößt als ein vergleichbarer Wagen mit 1487kg . Für die Berchnung ist nur das Gewicht des Wagens, nicht aber die Leistung (kW/PS) relevant. Dieser Wert sagt nichts über den Verbrauch (Liter/100km oder kwh/100km) des Wagens aus. Der Wert zeigt nur, dass der Wagen im Vergleich zu einem Wagen mit identischen Gewicht mehr oder weniger Treibstoff benötigt. |








