Der Industrielle und Motorradrennfahrer Giancarlo Morbidelli gründete Ende der Sechziger Jahre eine Motorradfirma, deren Erzeugnisse vor allem recht erfolgreich im nationalen und internationalen Rennsport mitmischten. In Folge der Dominanz der japanischen Hersteller ging die Marke ab Ende der 1970er, wie viele europäische Hersteller, unter, 1982 wurde die Produktion eingestellt. Doch der Motorrad-Virus ließ Morbidelli nicht los, er plante, ein ganz besonderes Bike auf die Räder zu stellen. 1994 war es dann soweit. Die V8 war kein Rennmotorrad, sondern ein Luxustourer, angetrieben von einem längs eingebauten, sehr kompakten V8 Motor mit 850 cm³ Hubraum. Das Vierventil-Triebwerk, das angeblich dem Cosworth Formel 1 Motor nachempfunden war, war natürlich flüssigkeitsgekühlt und hatte ein Motorgehäuse aus Magnesium. Es war längs in einem Alu Rahmen mit Einarmschwinge montiert, den Endantrieb übernahm ein Kardan. Für das Design war Pininfarina zuständig, es war aber eher dezent. 120 PS leistete das 200 Kilogramm schwere Motorrad, trotz der aufwendigen Technik auch für diese Zeit nicht unbedingt viel. Dafür war der Preis von etwa 50.000 Dollar, der ausgerufen wurde, eher geschmalzen. So kam es wie es kommen musste. Ganze drei Motorräder wurden bis 1997 produziert, dazu kam noch ein Prototyp. Heute stehen sie in diversen Museen, der Preis ist unbezahlbar.
Die Motorradmarke Morbidelli gibt es übrigens nun wieder, sie gehört zur chinesischen Qianjiang Group, einem großen Hersteller von Motorrädern, die auch unter den Marken Keeway, QJMotor und Benelli bekannt ist. Und es werden wieder Tourenmotorräder produziert, nur sollen sie preisgünstiger sein…
