Kurvengeschwindigkeit

Wie schnell eine Kurve mit gegebenem Radius bei Trockenheit, Nässe, Schnee oder Eis noch geht – und die Querbeschleunigung.

m

Autobahnkurven 500–1.000 m, Landstraße 100–300 m, Kreisverkehr 15–30 m, Serpentine 10–20 m.

%

Straßen sind zur Kurveninnenseite 2,5–7 % geneigt; Steilkurven bis 30 %.

km/h
Maximale Kurvengeschwindigkeit 93 km/h µ = 0,80
Querbeschleunigung bei 80 km/h 6,17 m/s² 0,63 g
Haftungsreserve 25 % ungenutzte Seitenführung
Fliehkraft je 1.000 kg 6.173 N
Empfohlenes Tempo (70 % Reserve) 51 km/h nutzt 30 % der Haftung

Faustregel: Wer das Kurvenlimit ausreizt, hat keine Reserve mehr zum Bremsen oder Ausweichen – der Reifen kann Seitenführung und Bremskraft nur gemeinsam übertragen (Kamm’scher Kreis). Komfortabel sind 0,3–0,4 g Querbeschleunigung.

Maximale Kurvengeschwindigkeit nach Radius
0100200300400102040751503008001200EisSchneeNassTrockenRadius in mkm/h
  • Trocken
  • Nass
  • Schnee
  • Eis
RadiusTrockenNassSchneeEis
10 m33282013
15 m40352515
20 m46402918
30 m57493522
40 m65574125
50 m73644628
75 m90785635
100 m103906540
150 m1271107949
200 m1461279156
300 m17915611269
500 m23120114489
800 m293254182113
1200 m358311224138

So wird gerechnet

In der Kurve muss die Seitenführung der Reifen die Fliehkraft aufbringen: Fz = m · v² / r. Die Reifen können höchstens µ · FN übertragen, daraus folgt auf ebener Straße vmax = √(µ · g · r).

Eine zur Kurveninnenseite geneigte Fahrbahn hilft: vmax² = g · r · (sin θ + µ cos θ) / (cos θ − µ sin θ). Die Masse des Fahrzeugs kürzt sich heraus – ein schwerer Wagen kann die Kurve genauso schnell nehmen wie ein leichter, solange die Reifen gleich gut haften. Die Querbeschleunigung aq = v²/r in g ist der übliche Vergleichswert (Alltagsautos 0,8–0,9 g, Sportwagen über 1,0 g).

Weitere Rechner: Fahrphysik